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N R Z Der Meierhof hat seine Pforten wieder geöffnet
Ein Jahr lang stand der Wirtschaftshof von Schloss Mickeln leer. Galerist Volker Marschall möchte ein Forum für Kunst und Kultur bieten. Naturerlebnis inklusive.
Von Angela Everts
Spaziergänger am Himmelgeister Rheinbogen kennen den Meierhof meist nur mit geschlossenen Türen. Der Wirtschaftshof des alten Schlosses Mickeln war einst Bauernhof, stand lange leer, wurde dann von einem Baustoffgroßhändler aufwendig saniert und war wieder ein Jahr lang geschlossen. Dann kam Anfang September ein ungewohnter Anblick: Die Pforten standen weit auf. Nicht zufällig, sondern regelmäßig dienstags bis sonntags von 14 bis 19 Uhr. Schloss Meierhof, wie der Hof in Erinnerung an alte ganzvollere Zeiten von alteingessenen Himmelgeistern liebevoll genannt wird, hat sich nämlich unter seinem neuen Pächter Volker Marschall zu einem Kulturforum gemausert. Der Düsseldorfer Galerist hat sich viel vorgenommen. Drei Mal jährlich will er internationale Künstler nach Himmelgeist holen. Den Auftakt macht die Ausstellung Kraftfeld 3, die im vergangenen Jahr schon mit Erfolg in Krefeld und Gütersloh gezeigt wurde. Im nächsten Jahr plant er einen kompletten Zyklus zur Natur. "Das ist an diesem Ort schließlich nahe liegend", sagt Marschall und lässt seinen Blick auf die mit gepachteten GŠrten und Streuobstwiesen schweifen. Ihm schwebt vor, Natur und Kunst auf dem GelŠnde zu einer Einheit zu verschmelzen. Auf einen Vergleich mit der Insel Hombroich angesprochen, wehrt er bescheiden ab. "Das will ich mir nicht anmaßen. Außerdem habe ich längst nicht so viel Geld." Immerhin soll die Scheune mit ihren 550 Quadratmetern eine große Skulpturenhalle werden. In der Remise sind neben Ausstellungen auch Konzerte und Lesungen geplant. Das zweigeschossige Herrenhaus mit seinen familiären Räumen ist ebenfalls mit Kunst gefüllt. "Früher hatte ich in Derendorf fast museale Ausstellungsräume von rund fünf Metern Höhe", erzählt der Galerist. Trotzdem hat er den Umzug aus der Innenstadt in den alten Hof jenseits aller Verkehrswege nicht bereut. "Bis jetzt hatte ich knapp 1000 Besucher, so viel wären in Derendorf nie gekommen", sagt der Galerist. "Einige Kunden haben mich schon gefragt, ob sie hier nicht Seminare abhalten können", erzŠhlt er."Die Hektik wird hier herunter gedimmt, fŠllt teilweise sogar vollständig ab", beschreibt Marschall diese ganz besondere Stimmung, die er kultivieren will.
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